Neujahrskonzert
Neujahrskonzert mit einem „Popstar“ des 19. Jahrhunderts – Am 8. Januar steht das Werk von Benjamin Bilse im Mittelpunkt – Münchner Symphoniker gastieren im ACC
Amberg. Nicht nur Wien war im 19. Jahrhundert ein Mekka der leichten Muse. Auch in Berlin gab es mit Benjamin Bilse einen Musiker, der bei seinen Zeitgenossen eine Popularität genoss, die durchaus mit der eines Popstars vergleichbar ist. Bilse begann als Musiker in der Kapelle der Familie Strauss, machte sich aber alsbald selbstständig und dirigierte von 1867 bis 1885 im Berliner „Concerthaus“ mehr als dreitausend „Bilsekonzerte“.
Benjamin Bilse und sein Werk stehen zusammen mit den Stücken weiterer Berliner Komponisten sowie Klassikern wie „An der schönen blauen Donau“ und dem „Kaiserwalzer“ im Mittelpunkt des Neujahrskonzertes 2012 der Stadt Amberg. Am Sonntag, 8. Januar 2012, um 19 Uhr laden die Münchner Symphoniker unter Leitung von Georg Schmöhe dazu ins Amberger Congress Centrum (ACC) ein. Unter dem Motto „Wien-Berlin-Wien“ werden sie ihrem Publikum dabei einen klangvollen Start ins neue Jahr bereiten.
Welche musikalischen Pretiosen die Zuhörer dabei erwarten, führte Schirmherr Oberbürgermeister Wolfgang Dandorfer jetzt zusammen mit ACC-Geschäftsführerin Petra Strobl, Kulturreferent Wolfgang Dersch und Kulturfachkraft Marina Auer aus. Gemeinschaftlich präsentierten die Verantwortlichen das ebenso interessante wie vielfältige Programm dieser Veranstaltung, mit der die Reihe der 2009 begründeten Neujahrskonzerte der Stadt Amberg um ein neuerliches Highlight erweitert wird.
Bereits zum zweiten Mal nach 2010 gastieren die Münchner Symphoniker unter der Leitung ihres Chefdirigenten Georg Schmöhe aus diesem Anlass im Amberger Congress Centrum. Das Orchester, das durch seine Flexibilität, ein breites Repertoire und extrovertiertes Musizieren besticht, demonstriert seine Leistungsfähigkeit bei rund 100 Konzerten pro Jahr. Auf seinen Konzertreisen ist es nicht nur in nahezu allen Musikzentren Deutschlands und Europas zu erleben, sondern regelmäßig auch bei Gastspielen in Fernost und den USA.
Seit der Spielzeit 2006/2007 ist Georg Schmöhe Chefdirigent des Orchesters und arbeitet an dessen signifikantem künstlerischen Profil sowie an der Erweiterung des symphonischen Repertoires. große Künstlerpersönlichkeiten wie Herbert von Karajan, Sergiu Celibidache, Boris Blacher und Tibor Varga zählten zu den Lehrmeistern Schmöhes.
Benjamin Bilse, dessen Kompositionen in das Zentrum des Amberger Neujahrskonzerts rücken, war ein gewandter Musiker und Komponist. Er wurde am 17. August 1816 in Liegnitz (Niederschlesien) geboren. Bereits früh wandte es sich dem praktischen Musizieren zu und erlernte mehrere Instrumente. Zur Vervollkommnung seiner Fähigkeiten ging er für einige Zeit nach Wien und musizierte dort in der Kapelle von Johann Strauss (Vater).
1942 übernahm Bilse die Aufgabe des Stadtmusikus in seiner Heimatstadt. Dort baute er ein eigenes Orchester auf, das er 23 Jahre lang leitete. Aus dieser Zeit stammt auch der „Sturm-Marsch-Galopp“ op. 6, mit dem Benjamin Bilse Weltruhm erlangte und der im Januar in Amberg zu hören sein wird. Auch die „Concerthaus-Polka“ op. 31, die er aus Anlass seines ersten Auftritts im neuen Konzerthaus Berlin am 21. Dezember 1867 komponierte, wird von den Münchner Symphonikern an diesem Abend intoniert.
Bilse sorgte während seines Schaffens in Berlin dafür, dass das Konzerthaus zahlreiche Höhepunkte erlebte. Bis zu seinem Abschiedskonzert am 30. April 1885 wurden unter seiner Leitung insgesamt 3.566 Konzerte gespielt. Ein weiteres Mal kehrte Benjamin Bilse am 19. August 1892 an das Dirigentenpult des Konzerthauses zurück. Aus Anlass des 5000. Konzertes schuf der Komponist, der 1902 verstarb, den „Marien-Walzer" op. 39, den die Münchner Symphoniker ebenfalls für das Neujahrskonzert ausgesucht haben.
Des Weiteren zum Programm des Abends werden die ,,Catharina-Quadrille" op. 24 sowie der „Schützen-Marsch" op. 13 gehören. Der Kartenvorverkauf für dieses Ereignis startet am Montag, 21. November 2011, um 9 Uhr in der Tourist Information (Hallplatz 2, Telefon 09621-10233, E-Mail tourismus@amberg.de). Die Tickets zum Preis von 25 bis 29 Euro, ermäßigt 19 bis 23 Euro, sind daneben an den bekannten CTS-Vorverkaufsstellen erhältlich.
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